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Handeln aus sozialer Verantwortung Nein, Schüsse waren in Düren nicht gefallen, und auch Tumulte wie andernorts hatte es nicht gegeben. Und doch hatte das beschauliche rheinische Städtchen für einige Monate Interesse an der großen Politik bekundet, waren eine Bürgerwehr gegründet, Versammlungen abgehalten und Resolutionen verfasst worden. Die März-Revolution von 1848, gemeinhin die „bürgerliche“ genannt, hatte auch in Düren Aufmerksamkeit erregt, ohne dass man sich in größerem Umfang daran zu beteiligen gedachte. Dabei waren die sozialen Verhältnisse in Düren alles andere als paradiesisch. Im Laufe der vergangenen Jahre hatte auch hier die steigende Arbeitslosigkeit für immer größere Not gesorgt, was den „Dürener Anzeiger“ im November 1846 zu folgenden Bemerkungen veranlasste: „Die schönen Tage sind hin, in welchen man mit Recht sagen konnte: Du stolzes Düren freue Dich! … Diese einst so gewerbereiche und in ihrem Wohlstand so fest begründete Stadt von ca. 8000 Bewohnern umschließt gegenwärtig an die 4000 Bürger, welche mehr oder minder der Unterstützung bedürftig sind … wenn man den Fabrikanten den Vorwurf machen wollte, daß sie eine Menge Fabrikarbeiter herangezogen und nachdem sie deren Arbeitskraft abgenutzt und zu ihrer Bereicherung verbraucht hatten, sie der Stadt zur Erhaltung überlassen hätten, dann haben sie getan was sie gesetzlich durften und Niemand hat sie daran gehindert …“. Insbesondere im „Hungerwinter“ 1846/47 verschlimmert sich die Lage derart, dass zu „außergewöhnlichen Hilfsmaßnahmen“ gegriffen werden muss. Eine Kommission zur Abhilfe augenblicklicher Notlagen veröffentlicht im „Dürener Anzeiger“ einen Aufruf mit der dringenden Bitte um milde Gaben in Form von Lebensmitteln, Brennmaterial oder Geldzuwendungen: „Die Teuerung der Lebensmittel, der Mangel an Arbeit und die anhaltende Kälte hat viele unserer Mitbürger schmerzlich heimgesucht. Es gibt ganze Familien, die weder Brennmaterial gegen die empfindliche Kälte, noch die nötige Bekleidung, noch Lebensmittel zum Unterhalt auch nur für einen Tag haben.“ Schon im Winter 1842 hatte der Dürener Arzt Dr. Gustav Adolf Königsfeld mit privaten Spenden eine „Beköstigungs-Anstalt für Arme und Hilfsbedürftige hiesiger Stadt“ ins Leben gerufen, die jeweils von Dezember bis zum folgenden April in den Räumen des ehemaligen Jesuiten-Kollegiums warme Suppen ausgab; im Winter 1844/45 waren es 300 Portionen täglich, wie einem detaillierten Rechenschaftsbericht zu entnehmen ist. Dr. Königsfeld hatte u.a. auch deswegen großen Wert auf eine ausreichende Ernährung der Bevölkerung gelegt, weil er darin ein Mittel zur Bekämpfung der Cholera sah, die noch 1833 in Düren gewütet hatte. 1841 dagegen bedroht das „Nervenfieber“, eine ansteckende Gehirnentzündung, die nicht selten tödlich endet, wiederum vor allem Arme und Alte. Diese Zustände, so unromantisch sie uns aus heutiger Sicht erscheinen, waren indes nichts, was Düren von anderen Städten oder Gemeinden unterschieden hätte. Auch hier lebte noch die überwiegende Mehrzahl der Einwohner von und mit der Landwirtschaft, weniger als zehn Prozent verdienten ihr Geld in den Fabriken. Der Fremde empfand Düren als durchaus angenehm: „Die Stadt zeigt auch in ihrem Aeußern das Bild eines großen Wohlstandes; sie wird von einem Bache durchflossen, welcher die Reinlichkeit der Straßen sehr befördert; und mehrere öffentliche Plätze: wie der Haupt- oder Fruchtmarkt vor dem Rathhause; der Hühnermarkt; der Viehmarkt, nur durch eine schmale Verbindungsöffnung vom Hauptmarkte getrennt, und der Holzmarkt, gewöhnlich Alter Teich genannt, tragen zur Annehmlichkeit und Gesundheit bei. Die Häuser sind geschmackvoll und mehre im großartigen Style erbaut.“ Natürlich erschloss sich dem Besucher bei einem Spaziergang durch die Stadt nicht auf den ersten Blick, dass es neben den Besitzern dieser „im großartigen Style“ erbauten Häuser – Kaufleuten, Fabrikanten, frühen Industriellen – auch den anderen Teil der Bevölkerung gab: Arbeitslose, Arme, Kranke, Alte. Möglicherweise waren sie nicht in dem Maße wie in anderen Städten bettelnd auf der Straße anzutreffen. Es gibt allerdings keinen Grund zu der Annahme, dass Armut in Düren weniger verbreitet gewesen sein sollte als anderswo. Auch von einer verstärkten städtischen Unterstützung der Armen kann sicherlich nicht gesprochen werden. Vielmehr erschöpfte sich diese in der Hauptsache in der Verwaltung zugunsten dieser Personen eingerichteter Stiftungen wie etwa dem Hausarmenfonds, dem Gasthaus- und dem Geisthausfonds. Letzteres etwa wurde „im Zeitalter der Industrialisierung für die Stadt wichtiger … als jemals zuvor. Erst jetzt wandelte sich die Anstalt von einer Versorgungsinstitution für 24 minderbemittelte Dürener Bürger zu einem ‘Armenhaus’ im modernen Sinn […]“. Im Jahre 1817 gab es, den städtischen Akten zufolge, mehr als 200 Personen, die im Geisthaus, dem Hospital (=Gasthaus) und außerhalb unterstützt wurden. Die Tradition solcher Stiftungen setzte sich auch im 19. Jahrhundert fort und erfuhr jetzt, vor allem von Seiten des protestantischen Bürgertums, eine beachtliche Steigerung. Viele soziale Einrichtungen, die wir heute als selbstverständlich ansehen, wurden damals auf private Initiative errichtet – teils, weil die öffentlichen Mittel fehlten, teils aber auch, weil diese Aufgaben im damaligen Verständnis keine staatlichen waren. Begründet und unterhalten wurden Armenschulen, Waisenhäuser, Knaben- und Mädchenhorte, Blindeneinrichtungen, Museum und Theater, Krankenhaus und Wöchnerinnenheim, Kirchen und Kapellen. Bezeichnend für die breite Streuung der Spenden und Stiftungen ist das Vermächtnis des Eberhard Hoesch, der 1907 der Stadt Düren u.a. zur Errichtung einer Alt-Leute-Versorgungsanstalt sowie einer städtischen Schwimmanstalt für Frauen und Männer und einer Sport- und Eisbahnanlage 270.000 Mark vermacht. Über die Motive der Spender und Stifter ist viel spekuliert worden. Ob es, was die evangelische Seite angeht, eine besonders ausgeprägte Spielart der „protestantischen Ethik“ gewesen ist oder schlicht eine enge Verbundenheit zu der Stadt, die ihnen Heimat gab und war – es bleiben viele Fragen. „Gewiß: was die Stifter hergaben, das konnten sie sich leisten. Es war wohl mehr das Abzweigen von Überfluß als ein die persönlichen Verfügungsmittel fühlbar schmälerndes Teilen“ – das ist die eine Seite. Auf der anderen steht das hohe Maß an ehrenamtlichem Engagement, das die Stifter über die finanziellen Zuwendungen hinaus einbrachten, als Vorstandsmitglieder in Vereinen, als Vermögensverwalter, Bauleiter oder Kuratoren, als Ratsherren oder Beigeordnete. In die erste Reihe der bedeutenden Stifter gehört mit Sicherheit das Ehepaar Rudolph und Lucia Catharina Schenkel. Der 1770 in Düren geborene „Kaufhändler“ Rudolph Schenkel hatte (wahrscheinlich teils aus väterlichem Besitz, teils aus eigenem kaufmännischem Geschick) ein solches Vermögen erworben, dass er 1814, im Alter von 44 Jahren, der Höchststeuerzahler der Stadt war und als solcher den größten Teil einer der Stadt auferlegten Zwangsanleihe tragen musste. In den Folgejahren erbte und kaufte er umfangreichen Grundbesitz in der Stadt und war lange Jahre ebenso Mitglied des Dürener Stadtrates wie des reformierten Presbyteriums. Neben seinem Kaffee- und Viktualiengroßhandel betrieb er die von seinem Vater übernommene Seifensiederei bis 1830, um sich dann, im Alter von 60 Jahren, zur Ruhe zu setzen. Da die Ehe kinderlos war, hatte das Ehepaar schon seit 1825 bedeutende gemeinnützige Aktivitäten entfaltet. „Während die Fabrikherren seiner Dürener Verwandt- und Bekanntschaft um Kapitalbildung zur Substanzsicherung ihrer meist großen Familien, für notwendige Betriebsinvestitionen und zur Erschließung neuer Absatzwege bemüht bleiben mußten, konnte Schenkel in freier Entscheidung bedeutende Teile seiner Vermögenstitel und Erträge wohltätigen, gemeinnützigen Zwecken zuführen – und er tat es.“ Aber auch den schönen Künsten war er zugetan. So förderte er die Dürener Malerin Catharina Fischbach als großzügiger Mäzen – umgekehrt verdanken wir ihr das wohl bekannteste Portrait Schenkels (vielleicht auch das seiner Frau), das bis 1944 im Treppenhaus des Dürener Rathauses hing. Als Rudolph Schenkel am 19. Februar 1847 in seinem Wohnhaus in der Weierstraße an Altersschwäche starb, widmete ihm der Bürgermeister Dr. Günther einen Nachruf, der seine Bedeutung für die Stadt im Stil der Zeit deutlich macht: Ruhig und sanft ging heute Morgen einer der edelsten und allgemein geliebtesten Bürger unserer Stadt zu den Gefilden der Seligen hinüber. Herr Rudolph Schenkel, der als Wohlthäter der Armen und Beförderer alles Gemeinnützigen noch von Keinem übertroffen wurde, und durch seine edlen Werke und Stiftungen zum Wohle der Bürgerschaft sich ein bleibendes Denkmal in der Geschichte Dürens und den Herzen seiner dankbaren Einwohner errichtete, der durch seinen schlichten Sinn und seine freundliche Herzensgüte die Liebe und Verehrung Aller im höchsten Grade sich erworben, hat durch seinen Heimgang die ganze Stadt in tiefste Trauer versetzt. Ich entspreche daher gewiß den Gefühlen der Dankbarkeit und Hochachtung meiner Mitbürger, wenn ich sie hierdurch ersuche, dem hochverehrten Hingeschiedenen auf dem Wege zu einem der schönsten Denkmäler seines freigebigen Wirkens auch ohne speziellere Einladung die letzte Ehre zu bezeigen. Alle Bewohner Dürens ohne Unterschied des Standes wollen sich zu diesem Zwecke am Montag Nachmittag um 1é22 Uhr in dem Rathhause einfinden, um sich von da aus in näher zu bezeichnender Ordnung dem Leichenbegängnisse des Verewigten anzuschließen. Unser Freund und Wohlthäter ruhe sanft in stiller Erde! Düren, den 19. Februar 1847.
Die Entstehung des Schenkel-Schoeller-Stiftes Noch zu seinen Lebzeiten hatte sich Rudolph Schenkel mit den Planungen für eine weitere Stiftung beschäftigt, namentlich mit dem dafür zu errichtenden Gebäude, deren endgültige Einsetzung jedoch seiner Witwe vorbehalten bleiben sollte. Wenige Wochen vor ihrem Tode am 9. Mai 1852 formulierte Lucia Catharina Schenkel geb. Schoeller ihr Testament, das als Gründungsurkunde des Schenkel-Schoeller-Stiftes anzusehen ist. Schon mit ihren einleitenden Worten macht sie deutlich, wo ihre Motive für diese Stiftung liegen: Ein Vermögen, das so mühsam erworben, so sorgfältig erhalten worden ist, muß nach dem Willen meines edlen seel. Mannes und des meinigen auch nützlich und wohlthätig angewandt werden. Dann legt sie detailliert dar, auf welches Vermögen sich die Stiftung gründen soll, wem sie zugute kommen und vom wem sie verwaltet werden soll: Und aus diesem Grunde mache ich folgendes eigenhändig von mir geschriebene, unterschriebene und datirte Testament. Zweitens, die Hälfte der 229 Morgen 163 Ruthen 30 Fuß Land und die Hälfte der 53 Morgen 27 Ruthen Waldungen von dem Kloster Sanct Antoni Gartzem in der Bürgermeisterei Enzen bei Zülpich gelegen, so wie ich solche von H. Floer gekauft habe. Drittens, die von H. Floer gekaufte von Opfergelt herkommende 42 Morgen 2 Pinten im Golzheimer Felde gelegenen Ländereien. Viertens, den Theil des Collegiums, so ich noch besitze. Es soll ein Gebäude zu unentgeltlichen Wohnungen für die alten braven fleißigen Familien errichtet werden. Mein seel. Mann wollte dieses Gebäude auf den Theil des Collegiums setzen, wo jetzt der Garten ist, hat sich deshalb von Pitzler einen Plan für dieses Gebäude machen lassen. Die Armenbeköstigungs-Anstalt soll im Collegium bleiben, so lange sie für wohlthätig und nützlich erkannt wird. […] Von dieser Versorgungs-Anstalt sollen jährlich 300 Thaler, geschrieben dreihundert Thaler für alte treue Dienstboten verwandt werden. […] So lange meine Brüder Friedrich und Leopold Schoeller leben oder nur noch einer von ihnen lebt, haben diese oder dieser über die Versorgungs-Anstalt zu verfügen, die Statuten zu entwerfen, wie die Revenuen dieser Anstalt verwaltet werden sollen, und wie und wohin das Gebäude gesetzt werden soll. Sollten die Revenuen der Güter nicht hinreichen, so sollen diese so lange zum Capital geschlagen werden, bis die alten braven fleißigen Leute gehörig unterstützt werden können. Die Grundgüter dürfen unter keinem Vorwand verkauft werden. Wenn die Verwaltung es nützlich findet, so darf sie solche gegen andere Grundgüter vertauschen. Diese Schenkung soll den Namen Schenkel-Schoellerische Versorgungs-Anstalt erhalten. [Zusatz am Rande:] Von dieser Versorgungs-Anstalt ist zwar keine Confession ausgeschlossen, ich bestimme aber hiermit ausdrücklich, daß die ganze Verwaltung und die Schenkung dieser Versorgungs-Anstalt nach dem Tode meiner Brüder auf den evangelisch-reformirten Kirchenrath übergeht. Die Fortsetzung dieses meines eigenhändigen Testamentes folgt in einem zweiten Blatt und ich unterzeichne auch dieses erste Blatt. So geschehen Düren den 16. Maerz 1852. (gez.) Wittwe R. Schenkel geborene Lucia Catharina Schoeller. Da ich heute vom Bürgermeister Stupp aus Cölln die andere Hälfte der Ländereien und der Waldungen von dem Kloster Sanct Antoni Garzem in der Bürgermeisterei Enzen bei Zülpich gelegen gekauft habe, so bestimme hiermit, daß dieses auch noch mit zu der Versorgungs-Anstalt gehören soll. So geschehen Düren 17. Maerz 1852
Die „Altersversorgungs-Anstalt“ sollte, wie im Testament angesprochen, ein Gebäude beziehen, das im Garten des „Collegiums“ neu errichtet werden sollte. Bei dem „Collegium“ handelte es sich um ehemalige Besitzungen der Jesuiten, nämlich die von ihnen 1628 bezogene „Residenz“, zugleich Pastorat von St. Anna, und das 1670-73 errichtete eigentliche Kollegium, die von den Franzosen säkularisiert und 1807 als französisches Nationalgut zum Kauf angeboten wurden. Rudolph Schenkel erwirbt am 29. April 1842 das ehemalige Jesuiten-Kollegium mit allen dazugehörigen Nebengebäuden und Grundstücksflächen in einer Größe von 3 Morgen, 164 Ruten und 30 Fuß zum Preis von 10.000 Talern von dem Kaufmann Adolph Isenbeck und dessen Ehefrau Friederika Schüll. Das Gelände grenzte im Osten unmittelbar an die Stadtmauer, hatte nördlich und südlich Gartenflächen und war durch die Jesuiten-(bzw. Paphen-)Gasse erschlossen, die zur Oberstraße führte. Wie aufgelockert die „städtische“ Bebauung in diesem Bereich um jene Zeit noch war, zeigt sich daran, dass die Stadt noch 1824 einen größeren Platz („Plei“) in der angrenzenden Pletzergasse, der bis dahin zur Aufbewahrung von Bauholz gedient hatte, an den Baumeister Frinken verkaufte, der dort Wohnhäuser errichten wollte. Schon am 1. Dezember 1842 kann Dr. Königsfeld seine oben erwähnte „Suppen-Anstalt“ in den Räumen der „Residenz“ einrichten, die ihm Rudolph Schenkel zur Verfügung gestellt hat. Das Gebäude des Kollegiums wiederum beherbergt ab dem 13. November 1845 die unter dem Namen „Elisabeth-Stiftung“ kurz vorher gegründete Blindenschule für die Rheinprovinz. Nach dem Umzug in ein neues Domizil an der Meckerstraße 1876 wurde das Gebäude an den Justizfiskus verkauft und diente von 1879-1942 als Amtsgericht. Es blieb also bis zur Errichtung des geplanten neuen Gebäudes für die Altersversorgungs-Anstalt nur jener Teil der alten Pastorat übrig, der nicht von der Suppen-Küche genutzt wurde. Hier zogen zunächst ihre von Catharina Schenkel im Testament namentlich erwähnten Bediensteten ein. Was eigentlich als Provisorium gedacht war, sollte dann noch bis 1863 Bestand haben – als Urzelle der Schenkel-Schoeller’schen Anstalt. Denn nach dem Tode von Catharina Schenkel hatten ihre Brüder Friedrich und Leopold Schoeller anscheinend neben ihrer beruflichen Tätigkeit erst einmal genug damit zu tun, den Nachlass zu ordnen. In den folgenden Jahren werden neben dem Wohnhaus in der Weierstraße noch verschiedene andere Immobilien versteigert, erst 1855 werden die Vorbereitungen für den Neubau wieder aufgenommen. Allerdings wird der im Testament noch erwähnte Plan des Dürener Baumeisters Pitzler nicht aufgegriffen, man bedient sich vielmehr der Fähigkeiten des damals gerade nach Düren gekommenen Kreisbaumeisters Ferdinand Kriesche, fachmännisch beraten durch den Gründer und Leiter der Kaiserswerther Diakonieanstalt, Pfarrer Theodor Fliedner. Am 25. März 1856 wird zwischen Friedrich Schoeller als dem Kurator der Anstalt und dem Maurermeister Peter Breitenbend der Vertrag über die Ausführung des neuen Gebäudes auf der Grundlage der Pläne und des Kostenvoranschlags von Kriesche geschlossen. Danach wurden für Maurer-, Steinhauer-, Dachdecker- und Pliesterarbeiten einschließlich Material 8932 Taler angesetzt. Am 14. Juli 1856 legten die Brüder Schoeller dem Dürener Landrat ihren Bauplan vor und baten ihn gleichzeitig, bei der Regierung in Aachen nach Statuten ähnlicher Einrichtungen zu fragen, da sie sich bisher mit dieser Problematik nicht befasst hatten, wohl auch im guten Glauben, das Testament der Stifterin enthalte dazu die wesentlichen Grundlagen. Das jedoch war ein fundamentaler Irrtum.
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Auszug aus:
Bernd Hahne / Siegfried Räbiger, Von der Altersversorgungs-Anstalt zum modernen Seniorenzentrum.
150 Jahre Schenkel-Schoeller-Stift,
Düren,
Hahne + Schloemer 2002,
112 S. m. zahlr. Abb.,
ISBN 3-927312-51-7, 10 Euro
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